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Kristian Kozul. Wedlock & Feast. 10-02-2007 / 07-04-2007

1975 in München geboren, studierte Kristian Kozul von 1993 bis 1996 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Zagreb, Kroatien. Auf der Biennale für junge europäische Kunst in Rom 1999 zeigte der Künstler erstmals seine Arbeiten einem internationalen Publikum. Von 1997 bis 2002 studierte Kozul an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Kounellis und Prof. Kamp Bildhauerei. Zur Zeit lebt und arbeitet er in New York City.

In der Tradition des Readymades verwendet Kristian Kozul vorgefertigte Materialien für seine Objekte. Indem er Materialien und Formen aus dem volkstümlichen Kunsthandwerk verwendet, thematisieren seine Arbeiten immer wieder die Grenze zwischen Kunst und Kitsch. So dienen geklöppelte Spitzendeckchen - heute unverkennbar maschinell hergestellte Dekoration kleinbürgerlicher Wohnkultur - in seinen Arrangements der Erhöhung, der beinahe sakralen Darbietung eines Votivobjektes.

Häufig schmücken Perlen, Bändchen, Spiegeln oder Diamanten die Werke des Künstlers. Ornamente füllen jeden Zentimeter und beschwören den schönen Schein. Gleichzeitig aber täuschen sie den ersten Blick, lenken den zweiten auf die morbiden Details der Werke. Hinter der Betonung kitschig geschmäcklerischer Formen verbirgt sich Unerwartetes. Das schöne Ornament einer Zeichnung erwächst aus Schädeln und Gasmasken, auf einem Festtagsbuffet trohnt ein Schweineskelett. Es ist ein makaberer Blick auf die Kehrseite der Medaille, ein Verweis auf Realitäten, auf den Tod als einzige Gewissheit des Lebens. Hier zeigt sich die künstlerische Strategie Kristian Kozul, Schönheit und Pracht locken den vertiefenden Blick auf das Schaurige.

Mit dem Blick des Ironikers wendet er sich so der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu. Die Momente, bei denen starke emotionale Werte wirken - Geburt, Tod, Hochzeit, Erotik, Krankheit und die jeweiligen gesellschaftlichen Rituale im Umgang mit diesen Aspekten menschlichen Lebens sind für Kozul Anlässe zur künstlerischen Transformation.

Auch wenn die zitierten Kulturen, in dieser Ausstellung etwa der an Schmuckformen reiche Totenkult des Balkans, erkennbar durchscheinen, findet Kozul eine allgemein verständliche Formensprache, die seinen Werken über die nationalen Grenzen hinaus eine subversive Wirkung und unausweichliche Präsenz verleiht.


Kristian Kozul. Wedlock & Feast. 10-02-2007 / 07-04-2007

Born 1975 in Munich, Kristian Kozul studied fine arts at the Academy of visual arts in Zagreb, Croatia. At the Biennale for young European art in Rome 1999, the artist showed his work to an international audience for the first time. From 1997 to 2002 Kozul studied sculpture at the Kunstakademie Düsseldorf with the professors Kounellis and Kamp. He currently lives and works in New York City.

In the tradition of the ready-mades, Kristian Kozul uses prefabricated materials for his objects. By using materials and shapes of the popular art trade, his works always have the limits between art and kitsch as a central theme. The lace doilies for instance- nowadays unmistakably machine- made decoration of bourgeois home décor- serve as an elevation in his arrangements, as an almost sacral presentation of a votive object.

Pearls, ribbons, mirrors or diamonds often adorn the artist's works. Ornaments fill out every centimeter and evoke the superficial lure. At the same time they delude the first view, directing the attention to the morbid details of the works. Behind the emphasis on the kitsch tendency of the artwork hides the unexpected. The beautiful ornaments of a drawing emerge from sculls and gas masks; on a festive- day buffet a pig's carcass thrones. It is a macabre view on the other side of the coin, a pointer to realities, to death as the only certainty of life. Here lies Kristian Kozul's artistic strategy: beauty and splendor allure the deepening look onto the horrible.

He addresses the social reality with an ironic vision. The moments in which strong emotional values appear - birth, death, marriage, eroticism, illness and the particular social rituals that deal with these aspects of human life- are, to Kozul, occasions for artistic transformation.

Even if the cultures cited in this exhibition shine through evidently, Kozul finds a broadly comprehensible style, which lends his works a subversive effect and an inescapable presence that transcends national borders
TZR Galerie Kai Brückner